Unsere Konzeption
Vorwort
Ab und zu ist es wichtig und gut, darüber nachzudenken, welches Ziel unsere Arbeit hat, weswegen wir unsere Kraft, unser Interesse, unsere Kreativität einbringen in unsere Arbeit. In der Arbeit mit den Menschen ist das wohl noch wichtiger als sonst, in der Arbeit mit Kindern erst recht, weil es dabei um unsere Zukunft geht, um die Zukunft der Gesellschaft, aber auch um die Zukunft unserer Kirche.
Um so mehr begrüße ich es, dass unsere Erzieherinnen sich gemeinsam in vielen Stunden miteinander ausgetauscht und auseinandergesetzt haben, um sich klarer zu werden über ihre Motivation, ihre Ziele und Methoden.
Die jetzt vorliegende Konzeption macht die Arbeit in unserem Liebfrauen-Kindergarten transparent für alle: für Eltern, Kinder, Träger und Behörden und ist nicht zuletzt für die Erzieherinnen selbst.
Sie ist Grundlage der gemeinsamen Arbeit.
Ich freue mich, dass an dieser Konzeption deutlich wird, wie sehr die Kinder im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Kinder sind ja nicht einfach nur eine Vorstufe der Erwachsenen. Sie haben ganz eigene Fähigkeiten und Möglichkeiten. Jesus stellt ein Kind in die Mitte der Jünger und sagt:
„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder,
könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“ (Mt 18,3).
Ich freue mich, dass unserem Liebfrauen-Kindergarten eine ganzheitliche Bildung wichtig ist, eine Bildung, die den ganzen Menschen betrifft und anspricht, und nicht nur etwa intellektuelles Lernen zum Ziel hat.
Ich freue mich darüber hinaus, dass in all dem eine religiöse Bildung stattfindet. Nur auf diesem Hintergrund wird es der Kirchengemeinde auch weiterhin möglich sein, sich im Kindergartenbereich finanziell zu engagieren.
Ich wünsche dem Team und allen Beteiligten,
dass sie bei allem Stress und allem Ärger,
der auch immer wieder vorkommt,
die Freude an der Arbeit, die Freude an den Kindern
nicht verlieren!
Bernhard Tietmeyer, Pfarrdechant
1.1 Herzlich willkommen im Liebfrauenkindergarten
Schön, dass Sie sich für den katholischen Liebfrauenkindergarten der Kirchengemeinde St. Martinus in Nottuln interessieren!
Unser Team heißt Sie herzlich willkommen.
Im Folgenden haben wir eine Leitlinie für unsere Erziehungs- und Bildungsarbeit mit Eltern, Caritasverband und dem Träger unserer Einrichtung erarbeitet. Ein Ziel dieser Leitlinie ist es, unsere Arbeit für Eltern, Mitarbeiterinnen und Interessierte transparent zu machen. Wir möchten uns öffnen und jedem die Möglichkeit geben, sich einen Einblick in unsere Arbeitsweisen, Ziele und Besonderheiten zu verschaffen.
Ein weiteres Ziel dieser Leitlinie liegt darin, allen Beteiligten eine Orientierung aufzuzeigen.
Dabei steht für uns alle – Eltern, Erzieherinnen und Träger – das Wohl der uns anvertrauten Kinder im Mittelpunkt der Arbeit.
Der Weg zur gemeinsamen Konzeption war nicht immer einfach. Hindernisse mussten überwunden werden, teilweise sind wir auch an unsere Grenzen gestoßen. Es war wie bei einer Bergwanderung: Der Weg zum Gipfel war anstrengend, aber es hat dennoch Spaß gemacht, ihn zu gehen. Das gemeinsame Erarbeiten dieser Konzeption hat uns Kraft und Mut gegeben und uns in dem Gefühl bestärkt, ein Team zu sein.
3. Wer sind wir?
Der Liebfrauenkindergarten wurde nach dem Umzug vom Kastanienplatz im Dezember 1981 an seinem jetzigen Standort Twiälf-Lampen-Hok 16 eingeweiht.
Er liegt am Ortsrand von Nottuln und grenzt an ein Waldgebiet, das von vielen Nottulnern als Ausflugsziel genutzt wird. Auch wir erleben die Kreithecke zu jeder Jahreszeit.
In fünf Minuten Fußweg erreichen wir den historischen Ortskern von Nottuln. So können wir aktiv am Gemeindeleben teilnehmen, in dem wir z.B. die Kirche oder andere Institutionen besuchen.
Diese besondere Lage gibt uns Erziehern die Möglichkeit, gut auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen.
3.1 Rahmenbedingungen und Betreuungsangebot
Wir sind eine Einrichtung mit drei Kindergarten- und einer Tagesstättengruppe, in der 95 Kinder betreut werden.
Unser großer, heller Eingangsbereich ist nicht nur zentraler Mittelpunkt für die Eltern, sondern auch Spiel- und Treffpunkt der Kinder.
Besonders beliebt sind das Bällchenbad und das Spielhaus. Durch variable Spielangebote z.B. Lego Soft Großbausteine, Kugelbahn usw. entstehen in der Diele immer wieder neue Spielanreize. Von der Diele aus gelangen Sie in die vier Gruppen, die durch ihre Aufteilung wie kleine Wohneinheiten wirken. Jede Gruppe hat einen großzügigen, hellen Gruppenraum mit Nebenraum, einen Waschraum und einen eigenen Flur.
Die Gruppenräume sind in verschiedene Spielbereiche eingeteilt. Dabei ist es uns wichtig: den Kindern Räume und auch Situationen zu bieten, die sowohl ihrem Bewegungsdrang, als auch ihrem Bedürfnis nach Ruhe entsprechen.
Der Bewegungsraum mit vielen variablen Turn- und Spielgeräten bietet viele motorische Herausforderungen und wird täglich genutzt.
Die Küche liegt zentral und ist durch die kindgerechte Bauweise besonders gut für hauswirtschaftliche Übungen geeignet.
Etwas abgelegener liegt der Personalraum, der auch als Intensivraum mit den Kindern genutzt wird.
Der großzügige Außenbereich mit seinen Spielanlagen ist von allen Gruppen aus zugänglich. Durch die naturnahe Umgestaltung des Spielgeländes ergeben sich zahlreiche neue Erlebnisräume für die Kinder, wie z.B. Weidenzelte und Tunnel, Matschecken, Kletterbäume, eine Naturküche und ähnliches.
3.3 Unsere Tagesstätte
Um den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, bieten wir eine Ganztagsbetreuung für die Kinder an. Im Anschluss an den Kindergartenvormittag treffen sich die Tagesstättenkinder zum gemeinsamen Mittagessen.
Bei den Kindern ist dieses
Zusammentreffen beliebt, denn es findet stets in einer ruhigen, gemütlichen Atmosphäre statt.
Um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten, nutzen wir die Kompetenz der Küche des St.- Gerburgis-Hospitals in Nottuln. Nach dem Essen beginnt für die Kinder die gemeinsame Ruhephase.
Um 14.00 Uhr startet für sie, zusammen mit den anderen Kindern das Nachmittagsangebot.
3.4 Unser Team
Das pädagogische Personal besteht zurzeit aus zwölf Fachkräften, die die 95 Kinder in unserer Einrichtung betreuen.
Die von der Gruppenarbeit freigestellte Leiterin ist verantwortlich für die pädagogische und organisatorische Leitung der Kindertageseinrichtung. Durch eine interaktive Zusammenarbeit mit dem Träger gelingt es uns, die Nahtstellen zwischen Träger, Leitung, Mitarbeitern und Eltern zu schließen, so dass eine gemeinsame, verantwortungsvolle, fachpädagogische Führung möglich wird.
In jeder Gruppe sind eine feste Gruppenleitung und weitere Fachkräfte für die Planung und Durchführung der Erziehungsarbeit zuständig. Gemeinsam im Team entwickeln, überprüfen und reflektieren die pädagogischen Mitarbeiterinnen ihre Arbeit, um deren Qualität zu sichern.
Die Integrationskraft unterstützt und fördert die gemeinsame Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder.
Die raumpflegerischen Tätigkeiten übernimmt eine weitere Kraft.
Praktikanten und Schülerinnen unterschiedlicher Schulen und Facheinrichtungen haben bei uns die Möglichkeit, das Berufsbild des Erziehers kennen zu lernen.
3.5 Fortbildung zur Qualitätssicherung
Um die pädagogische Qualität unserer Einrichtung sicher zu stellen, nehmen die Erzieherinnen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil.
Diese Fort- und Weiterbildungen sind für uns nicht nur Informationsquelle, sondern dienen auch der Reflektion und der Weiterentwicklung der eigenen Arbeit.
Durch folgende Formen der Fort- und Weiterbildung ergänzen wir unsere Arbeit:
• das regelmäßige Lesen von Fachliteratur,
• den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen, wobei die Inhalte dem Team vorgestellt und dokumentiert werden,
• den Besuch von integrativen Arbeitskreisen und Leiterinnenrunden,
• die Teilnahme an Erziehertagen,
• die Einladung von Referenten in die Einrichtung,
• die Zusammenarbeit mit Fachleuten anderer Institutionen,
• die regelmäßige Teilnahme an Erste- Hilfe –Kursen.
4. Wie arbeiten wir?
Ganzheitliche individuelle Förderung:
Betreuung, Erziehung und Bildung
Die individuelle Förderung eines jeden Kindes steht für uns im Vordergrund unserer Arbeit. Diese Förderung besteht aus folgenden drei Grundsäulen:
Betreuung, Erziehung und Bildung des Kindes.
Betreuung bedeutet für uns, dass die Erzieherinnen verlässlich für die Kinder da sind, ihnen treu sind. Diese Sicherheit ist die Grundvoraussetzung für die Entwicklung des Selbstbewusstseins und den Ablöseprozess eines Kindes.
Erziehung beinhaltet die Heranführung an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Kinder lernen den Umgang mit Regeln und Normen einer Gesellschaft.
Bildung im Elementarbereich ist in erster Linie SELBST-BILDUNG, die gewonnen wird durch die Erfahrungen, die Kinder in ihren Lebenszusammenhängen, ihrem Entwicklungsstand entsprechend, machen. Durch die ganzheitliche pädagogische Förderung ermöglichen und begleiten wir diesen Bildungsprozess. Bildung beschränkt sich bei uns nicht nur auf die Förderung der intellektuellen Fähigkeiten; emotionale, motorische, sensorische und soziale Fähigkeiten haben den gleichen Stellenwert.
Zu uns kommt das ganze Kind, nicht nur der Kopf.
Unsere pädagogische Arbeit stellt das Fundament für diese Förderung dar. Wir Erzieherinnen bieten den Kindern Erlebnisräume, die an ihrer Lebens-situation anknüpfen. Denn nur wenn das innere Erleben angesprochen wird, entwickeln Kinder Fragen, die aus ihnen „lernbegierige Forscher“ machen.
Wir wünschen uns, dass die Kinder
kleine Welt-Entdecker und Natur-Forscher,
Warum-Frager und Ausprobierer,
Nachdenker und Vordenker,
Wort-Erfinder und „Wenn-ich–mal-groß-bin-Träumer…“
sein können.
4.1 Im Dialog mit Eltern
Ausgangspunkt unserer konstruktiven, pädagogischen Arbeit ist der Dialog und die Zusammenarbeit mit Eltern oder anderen Erziehungsberechtigten. Wir möchten zusammen mit ihnen die Erziehungs- und Bildungsverantwortung für die Kinder übernehmen, denn uns verbindet die gemeinsame Aufgabe, die Entwicklung jedes einzelnen Kindes zu begleiten. Durch diese angestrebte Erziehungspartnerschaft wird den Familien unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert. Dieses partnerschaftliche Zusammenspiel von Erziehungsberechtigten und pädagogischen Fachkräften stärkt und unterstützt die elterliche Erziehungskompetenz.
Für uns bedeutet das:
• Das offene, ehrliche Gespräch stellt für uns die Basis des gegenseitigen Erfahrungsaustausches dar, so dass gemeinsame Interessen und Ziele verfolgt werden können.
• Infonachmittage und Elternabende geben nicht nur Informationen, sondern bieten auch eine Möglichkeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.
• Die Elternmitwirkung in der Elternversammlung, dem Elternrat und dem Rat der Tageseinrichtung hat insbesondere das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen pädagogischen Mitarbeitern, den Eltern und dem Träger unserer Einrichtung zu beleben. Wir sorgen für Transparenz, indem wir Eltern und Elternvertretern unsere Einstellungen erläutern.
• Durch regelmäßige Elternbefragungen erhalten wir ein „Feedback“ unserer Arbeit und sind in der Lage, besser auf die Bedürfnisse von Eltern und Kindern einzugehen.
Durch die enge Zusammenarbeit können wir Probleme eher angehen oder eventuell sogar von vorne herein verhindern. Im Vordergrund steht für uns dabei immer das Wohl des Kindes.
Wir möchten Eltern ermutigen, uns anzusprechen, denn wir sind auf Ihre Informationen und Ihr Entgegenkommen angewiesen. Nur so ist es uns möglich, jeden Tag individuell auf die Kinder einzugehen.
Unser Ziel ist es:
Gemeinsam mit Eltern eine tragfähige Zukunft für „unsere“ Kinder aufzubauen.
4.2 Unsere pädagogische Arbeit
Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit stehen für uns die Interessen, Bedürfnisse und Wünsche der Kinder. Unser Kindergartenalltag wird geprägt von dem Motto:
Kinder stark machen
Das heißt für uns, dass wir Ihr Kind da abholen wo es steht, es begleiten und ganzheitlich fördern.
Hierbei spielt das Freispiel eine entscheidende Rolle, denn Kinder lernen in erster Linie durch Erfahrungen, die sie besonders im freien Spiel sammeln können.
Spielen ist Lernen
(Armin Krenz)
Im Freispiel sucht sich das Kind die Beschäftigung, die seinem Entwicklungsstand angemessen ist. Spielen ist kein Zeitvertreib, sondern die Zeit, in der das Kind nach seinem Entwicklungsstand und seinem Tempo die Welt entdeckt und begreift, mit all ihren Wundern und verschiedensten Reizen und Situationen.
Wir Erzieher sind dabei „Lernhelfer“ und beobachten die Kinder, setzen Impulse, geben Anregungen, spielen mit und fördern sie. Während des Freispiels sammeln die Kinder Erfahrungen in vielfältigen Bereichen.
Wir bewegen uns...
Die Entwicklung des Kindes ist ein ganzheitlicher Prozess, in dem Bewegung eine ganz wichtige Bedeutung einnimmt. Durch Bewegung lernen Kinder sich selbst, ihre körperlichen Fähigkeiten und ihre Grenzen kennen. Sie erfahren die Eigenarten und Gesetzmäßigkeiten der sie umgebenden Dinge und nehmen Kontakt zu ihren Mitmenschen auf. Kinder erschließen ihre Umwelt durch Bewegung.
Die Einbindung des Elementes Bewegung geschieht bei uns durch die bewegungsgerechte Gestaltung der Räume und des Tagesablaufs.
Bei jedem Wetter können sich die Kinder mit entsprechender Kleidung im Außengelände aufhalten.
Bewegung verstehen wir nicht nur als elementares Bedürfnis jedes Kindes, sondern Bewegung ist für uns ein Lernfeld, in dem das Kind durch sein selbstständiges Handeln Erfahrungen sammelt.
Wir experimentieren…
Experimentieren, Forschen und Ausprobieren halten wir für sehr wichtig, weil die Kinder so Erfahrungen aus erster Hand sammeln können. Durch eine vorbereitete Umgebung wie z.B. Matschbahn, Lupenstudio, Experimentierkästen wecken wir die Experimentierfreude der Kinder, denn nur was sie selber ausprobiert haben, können sie be-greifen.
Wir unterstützen die Experimentierfreude der Kinder, indem wir ihnen Zeit und Raum geben ihre Entdeckungsfreude auszuleben. Bei Bedarf bekommen die Kinder Anregungen und Hilfen von uns.
Wir machen mit…
Wir geben den Kindern die Möglichkeit, in ihrer Gruppe zusammen zu leben, Hemmschwellen zu überwinden, sich gegenseitig zu respektieren und zu akzeptieren, denn nur so entstehen Freundschaften.
Während des Freispiels haben die Kinder vielfältige Möglichkeiten in Kleingruppen miteinander zu spielen, sich gegenseitig in den Gruppen zu besuchen oder auch mit Freunden draußen zu toben. Ein festes Element unseres Kindergartenalltags ist auch der Stuhlkreis, in dem die Gemeinschaft und der Zusammenhalt der Gruppe gefördert werden.
Uns ist es wichtig, dass sich die Kinder im Kindergarten angenommen wissen. Sie sollen Geborgenheit erfahren, um sich frei entfalten zu können. So können sie Freundschaften knüpfen und sich in der Gemeinschaft wohl fühlen.
Wir machen es selber…
Kinder sind für uns gleichberechtigte Partner. Daher beteiligen wir sie an der Themenauswahl im Kindergarten und bieten ihnen möglichst viel Freiraum zum eigenständigen Handeln. Hierbei spielt das Freispiel eine ganz besondere Rolle, denn es entstehen immer wieder Situationen, in denen die Kinder selbstständig etwas wagen können.
Erziehung heißt nicht, den Kindern Steine aus dem Weg zu räumen, sondern ihnen zu helfen, Steine zu überwinden.
Unser Ziel ist es, dass die Kinder möglichst selbstständig im Alltag klar kommen.
Wir stellen Fragen…
Kinder sind wissensdurtig und informationshungrig. Sie haben stets das Bedürfnis noch mehr zu erfahren. Wir interessieren uns für ihre Fragen, greifen ihre Themen auf und versuchen gemeinsam Antworten zu finden.
Wir nehmen den natürlichen Wissensdrang der Kinder ernst und fördern ihre Neugierde.
Wir lösen Konflikte…
Das Leben ist voller spannender Heraus-forderungen und Gegensätze. Gerade für Kinder sind Konflikte wichtige Lernsituationen, in denen sie soziale Kompetenzen erlangen und trainieren können.
Aus diesem Grund lassen wir Konflikte zu und unterdrücken sie nicht. Bei Bedarf helfen wir dem Kind im Umgang mit einzelnen Konfliktsituationen. Konflikte gehören zum Kindergartenalltag und es gilt immer wieder eine Balance zu finden zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Interessen anderer.
Unser Ziel ist es, dass die Kinder lernen, Konflikte möglichst eigenständig zu lösen.
Wir beachten Regeln…
Um den Kindern das Zurechtfinden in der Gruppe zu erleichtern, ist es uns wichtig, dass sie Grenzen haben, an denen sie sich orientieren können. In unserer Einrichtung gibt es sowohl Gruppenregeln, als auch gruppenübergreifende Regeln, die gemeinsam mit den Kindern erstellt wurden und von allen eingehalten werden müssen.
Grenzen engen nicht nur ein, sondern geben auch Sicherheit und Geborgenheit. Bei uns werden Regeln gemeinsam mit den Kindern erarbeitet, damit sie von allen verstanden und akzeptiert werden.
Wir sind kreativ…
Kreativität heißt nicht nur Malen und Basteln, sondern beinhaltet auch, eigene Ideen zu entwickeln, Hindernisse zu überwinden, neue Spiele zu erfinden. Kreativität benötigt ein Kind, um sich Strategien zur Aneignung aller möglichen Fähigkeiten zu erarbeiten. Man könnte also sagen:
Ohne Kreativität kein Erfolg!“
Wir unterstützen die Kreativität der Kinder, indem wir:
• die Kinder gestalten lassen,
• Eine ausgedehnte Freispielphase mit viel Ruhe zum eigenen Tun anbieten, und
• Spielmaterial zur Verfügung stellen, das durch seine Machart viele Einsatzvarianten offen lässt.
Jedes Kind ist von Geburt an kreativ. Wir sind die Begleiter, die ihre Kreativität und ihren Einfallsreichtum unterstützen und fördern.
Wir glauben…
Das gemeinsam erlebte Gebet, das freudig gesungene Lied, das mit vielen Sinnen spontan gewagte und gelungene Spiel, das regelmäßige Mitfeiern von christlichen Festen und Gottesdiensten beeindrucken tief. Dieses sind Erlebnisse und Erfahrungen, die sich für das weitere Leben einprägen.
Hierin sehen wir die große Chance der religiösen Erziehung im Kindergarten, weil das Kind so Freude, Hoffnung und Vertrauen, aber auch Stärke und Trost erleben und erfahren kann.
Wir vermitteln den Kindern, dass Gott sie so annimmt, wie sie sind. Sie sollen verstehen, dass wir Menschen die wichtigsten Dinge im Leben- wie z.B. Liebe, Zeit, Glück, Freundschaft- nicht kaufen können.
Sie werden uns geschenkt.
Wir stärken das Selbstbewusstsein…
Kinder brauchen Selbstbewusstsein, um sich im Alltag zu behaupten. Sie sollen eine eigene Meinung haben; wissen, was sie können und den eigenen Fähigkeiten vertrauen. Hierbei legen wir Wert darauf, die Kinder in ihrem Handeln zu bestätigen. Daher verstehen wir es als unsere Aufgabe, Raum für Erfolgserlebnisse zu schaffen. Sie sollen im richtigen Moment den Mut haben, „nein“ zu sagen.
Für selbstbewusste Kinder ist die Welt ein Abenteuerspielplatz, auf dem sie ihre Fähigkeiten ausprobieren. Sie vertrauen auf sich selbst und sind bereit, sich auch mit fremden Situationen auseinander zusetzen.
Wir erfahren Natur…
In unserer Einrichtung können sich die Kinder bei jedem Wetter mit entsprechender Kleidung (Buddelhose, Gummistiefel) im Außengelände aufhalten.
Es ist bei uns erlaubt, sich schmutzig zu machen.
Uns ist bewusst, welche Entwicklungschancen für die Kinder mit dem Aufenthalt im Freien verbunden sind. Daher kann das Spiel dort ein wesentlicher Bestandteil des Tagesablaufs eines Kindes sein.
Draußen spielen macht nicht nur Spaß, sondern:
• unterstützt auch die gesundheitliche und motorische Entwicklung,
• steigert die Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Körperbeherrschung und das Selbstbewusstsein,
• schärft das sinnliche Wahrnehmungsvermögen durch Beobachten, Fühlen, Riechen, Schmecken.
Weiterhin können Kinder eine Beziehung zur Natur entwickeln, in dem sie
• Pflanzen und Tiere beobachten,
• mit Naturmaterialien umgehen (arbeiten) und
• verschiedene Witterungsverhältnisse erfahren.
Wir bieten den Kindern eine Vielfalt von überschaubaren, natürlichen Lebensräumen, in denen die Kinder sich selbst und die Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen können: Sehen, Riechen, Schmecken, Hören und Fühlen.
So können sie eine lebendige Beziehung und Verantwortung zur Natur entwickeln.
Ich kann auch mal alleine sein…
Um auch mal „abschalten“ zu können, brauchen Kinder Räume, in die sie sich während des Freispiels zurückziehen, entspannen und ruhig werden können. In unseren Tagesablauf bauen wir entspannende Elemente wie z.B. Meditationen, Malen nach Musik und Lauschspiele ein.
Uns ist es wichtig, dass die Kinder im Gegenzug zur Reizüberflutung
(Lautstärke in der Gruppe, Anzahl der Kinder) auch Möglichkeiten haben, zur inneren Ruhe zu finden.
4.4 Mein Tag im Kindergarten
Ich heiße Anne, bin fünf und gehe in den Liebfrauenkindergarten.
Jeden Morgen bringt mich meine Mama oder mein Papa um halb acht in den Kindergarten.
An meinem Garderobenzeichen angekommen, tausche ich meine Schuhe gegen Schläppchen, hänge meine Kindergartentasche auf und manchmal meine Jacke, wenn ich eine anhabe.
Danach begrüßen wir meine Erzieherin. Am liebsten bringe ich dann meine Eltern noch zur Eingangstür und verabschiede mich dort von ihnen mit einem dicken Kuss. Dann renn’ ich zu meiner Gruppe zurück und kann endlich mit meinen Freunden spielen.
Es gibt hier viel zu entdecken: neue Spiele und spannende Sachen, einfach jeden Tag etwas Neues, Anderes und Interessantes.
Ich probiere gerne am Maltisch die Wasserfarben aus oder male ein Bild mit Buntstiften für meine Oma.
Oft klebe ich bunte Papierschnipsel, Wolle oder Stoff auf mein Kunstwerk oder bastele aus Kartons, Rollen usw. ein Traumschloss. Ganz toll aber finde ich es, wenn ich mit meiner Erzieherin ein Bild, die nennen es Technik, gestalten darf.
Gerne bin ich auch mit meinen Freunden zusammen, oder wir quatschen mit der Erzieherin und denken uns lustige Geschichten aus.
Wenn ich Hunger habe, erobere ich den Frühstückstisch und plündere meine Kindergartentasche. Hier überlege ich mit meinen Freunden, ob wir gleich nach draußen, in die Diele, in eine andere Gruppe gehen oder im Nebenraum spielen sollen. Aber bevor wir losziehen, spülen wir unseren Teller und Becher und putzen unsere Zähne. So ein Vormittag im Kindergarten geht schnell vorbei.
Denn bald kommt die Erzieherin und holt uns zum Stuhlkreis zusammen. Im Stuhlkreis singen, tanzen und spielen wir gemeinsam, oder wir hören, was wir in der nächsten Zeit in meiner Gruppe so machen. Aber am liebsten feiere ich Geburtstage im Stuhlkreis – doch leider haben wir nicht jeden Tag ein Geburtstagskind. Echt schade.
Aber manchmal ist vieles anders, dann gehen wir am Vormittag in die Kreithecke oder turnen oder die Matschbahn ist an oder wir machen alles draußen oder, oder, oder…
Viele meiner Freunde werden nach dem gemeinsamen Kreis abgeholt.
Ich bleibe im Kindergarten und esse mit den anderen Tagesstättenkindern gemeinsam zu Mittag. Nach dem Essen und vor allem nach dem leckeren Nachtisch haben wir den Kindergarten für uns. Ich kuschele mich dann mit den anderen auf einer weichen Matte im Turnraum in meine Decke ein, höre Kassette und ruhe mich aus. Anschließend spielen wir dann in der Gruppe.
Um zwei Uhr kommen viele meiner Freunde wieder und wir erleben am Montag und Dienstag die „Kinderkiste“, in der wir basteln, Musik machen und noch vieles mehr – einfach schöne Sachen.
Da ich bald in die Schule komme, findet am Donnerstagnachmittag „Schulkindertreff“ statt. Hier lernen wir, die „Großen“ des Kindergartens, in Projekten verschiedene Sachgebiete kennen, oder unternehmen Ausflüge, z.B. zur Saftkelterei, zum Bauernhof, zur Feuerwehr, zum Naturkundemuseum und…
Und so geht langsam ein Tag zu Ende.
Wenn meine Mama oder mein Papa mich abholen, drücke ich sie ganz feste und freue mich auf mein zu Hause. Aber ich freue mich auch auf Morgen, dann kann ich mit Elena meine Bude im Nebenraum weiter bauen.
DENN IM LIEBFRAUENKINDERGARTEN IST IMMER WAS LOS!
4.5 Gemeinsame Erziehung
von behinderten und nicht behinderten Kindern
In unserer Arbeit ist es uns wichtig, dass jedes Kind ein Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat. Unser Kindergarten ist ein Lebensraum für behinderte und nicht behinderte Kinder, sie spielen miteinander und lernen, sich in ihrer Andersartigkeit (ihrem Verschiedensein) zu akzeptieren und zu schätzen.
Wir Menschen können in vielen Bereichen „verschieden sein“.
Unsere Ziele sind folgende:
• Die Kinder erfahren Lebensfreude und Menschenwürde im Umgang miteinander, unabhängig von Beeinträchtigungen.
• Sie werden zur Bewältigung des Alltags individuell, entsprechend ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten begleitet und unterstützt.
• Sie lernen sich gegenseitig mit ihren Besonderheiten wahrzunehmen und zu respektieren.
• Sie erfahren Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft als soziale Kompetenzen.
• Durch den direkten Kontakt mit behinderten Kindern wird der unkomplizierte Umgang miteinander gefördert.
• Eine möglichst weitgehende Autonomie des einzelnen Kindes wird gewahrt.
• Die Integration fördert die Entwicklung behinderter und nicht behinderter Kinder.
• Diese Kinder erfahren vielfältige Impulse und Anregungen zur Nachahmung.
• Die Kinder mit einer Behinderung und ihre Familien finden durch die Integration im Regelkindergarten wohnortnahe Kontakte.
Damit die Integration gut gelingen kann, unterstützt die Integrationskraft die Arbeit des gesamten Kindergartenteams.
Die Integrationskraft:
Sie begleitet und fördert die Kinder im Alltag innerhalb der Einrichtung.
• Hilft Kontakte zu knüpfen
• Gibt Sicherheit in der Gruppe
• Ermöglicht das Spiel
• Begleitet das Spiel
• Spielt selber mit
• Unterstützt bei alltäglichen Dingen wie Toilettengang, An- und Ausziehen, Frühstücken usw.
• Fördert die Kommunikation
• Hilft Freunde zu finden/Kontakte zu knüpfen
• Unterstützt bei Aktivitäten und Angeboten und Ausflügen
• Hilft bei der Aufarbeitung und Erweiterung von Aktivitäten in Klein- und Großgruppen
• Zeigt den Kindern, wie sie Bedürfnisse äußern und Wünsche verfolgen und umsetzen können
• Plant ihre Arbeit so, dass jedes Kind dort abgeholt wird, wo es mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten gerade steht
• Bietet gezielte Spiel- und Lernangebote, die die Kommunikation zwischen allen Kindern fördern
• Orientiert sich nicht an den Defiziten der Kinder, sondern an den vorhandenen Interessen und Fähigkeiten
Kooperation
Die Integrationskraft steht im ständigen Erfahrungsaustausch mit den Eltern und begleitet diese auf Wunsch bei Gesprächen mit den zuständigen Therapieeinrichtungen. Sie erstellt Gutachten, Beobachtungen und Berichte, die die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen – wie z.B. Landschafts-verband, Schulen, Kinderärzte und Therapeuten – unterstützen.
Die Integration gibt sowohl Kindern mit, als auch ohne Behinderungen Impulse für ihre Entwicklung, und es werden wichtige gemeinsame Erfahrungen gesammelt.
Durch ein gelungenes Zusammenspiel all dieser Faktoren kann der Ball der Integration ins Rollen kommen.
5. Was wollen wir?
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Um unseren Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern möglichst optimal verwirklichen zu können, arbeiten wir mit verschieden Institutionen zusammen.
Unser Ziel ist es, durch gegenseitige Beratung und Unterstützung, Austausch und Reflektion, die Entwicklung der Kinder optimal zu begleiten.
6. Dank für Hilfen
Unsere katholische Tageseinrichtung für Kinder hat schon mehrere Wandlungen durchlebt und ist dadurch immer mehr zu dem gereift, was sie heute ist. Ein wichtiger Punkt auf diesem Weg ist die Erstellung dieser Konzeption.
Wir haben uns auf den Weg gemacht, ein erstes Konzept für unseren Kindergarten zu entwickeln. Uns ist klar, dass es sich nicht um ein fertiges Produkt handelt, sondern immer wieder neu überdacht und weiter entwickelt werden muss.
Beim Erarbeiten unserer Konzeption wirkten verschiedene Gruppen mit. Da waren zum einen die Erzieherinnen, die Eltern und der Träger der Einrichtung und zum anderen, unsere Fachberaterin vom Caritasverband.
Allen ein herzliches Dankeschön.
„Sag es mir,
und ich werde es vergessen.
Zeige es mir,
und ich werde mich daran erinnern.
Beteilige mich,
und ich werde es verstehen.“
Lao Tse